42 Jahre Jazzgeige

42 Jahre Jazzgeige

 

So weit ich mich noch erinnern kann, stand ich mit 18 Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne – damals allerdings bereits mit meinem eigenen Trio, das sich sinnigerweise „Salon-Trio“ nannte. Mit dabei waren Sepp Ametsbichler am Bass und Hubert Ametsbichler an der Gitarre (auf dem Foto von 1976 spielen wir in einem kleinen Modegeschäft in Freising) . Richtigen Jazz haben wir damals noch nicht gespielt – wir hatten davon noch recht wenig Ahnung – aber Tangos und Strauss-Walzer, den ein oder anderen alten deutschen Schlager und bekannte Musical-Melodien wie „I could have danced all night“. Hier wagte ich mich bereits zart an erste Improvisationsversuche, ohne irgendetwas über Phrasierung oder Harmonien zu wissen – ich spielte einfach nach Gehör.

Aber ich habe damals schon recht intensiv den Aufnahmen eines gewissen Stéphane Grappelli gelauscht und mir den Schädel zermartert, wie das denn mit dem Bogen funktionieren würde, ohne dass sich die Musik ständig zickig anhört. Nachdem ich den Altmeister aber erst kurz vor seinem Tod selbst getroffen und ihm die Hand geschüttelt habe, und es Ende der 70er Jahre noch kein Youtube gab, wo ich mir Bewegungsabläufe hätte abschauen können, tappte ich lange im Dunkeln, was die Swing-Phrasierung betrifft.

Erst meine Begegnung mit Hannes Beckmann († 2016) brachte hier Licht ins Dunkel. Hannes erklärte mir den Bogenstrich zwar auch nicht, aber ich konnte ihm wenigstens zusehen, wie er das machte – und er konnte großartig Swing-Phrasieren!

Erst viele Jahre später habe ich Strich-Methode, Bewegungsabläufe und Phrasierungstricks systematisiert und dann 2003 in mein erstes Lehrbuch gepackt. Wenn man weiß, wie es geht, ist es gar nicht so schwer…

Heuer werde ich mich wohl endlich daransetzen und an einer Neuauflage dieses Hefts arbeiten. Bis die fertig ist, kann man die Ausgabe von 2003 noch erwerben (Klick auf’s Bild führt zum Shop). Viel Vergnügen und keep swingin!

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