Toki Horvath

Toki Horvath

Natürlich geht es hier nicht um Jazz – aber um einen Geiger: Toki Horvath verpasste ich um ein Haar – also um ein paar Jahre – im Münchner Lokal „Piroschka“. Erst Anfang der 70er nahmen mich meine Eltern ein paar mal mit in das ungarische Lokal im Haus der Kunst, wo inzwischen eine Nachfolgeband von Toki spielte. Es kam natürlich immer an diesen Abenden die Sprache auf ihn, den Großmeister der Zigeunergeige.

Und viele Jahre später dann – es muss wohl Ende der 70er gewesen sein – war ich eines Nachts mit einigen Kollegen noch im „Kleinen Rondell“, einer Münchener Piano-Bar, wo sich ab 2 Uhr früh Musiker und andere Nachtarbeiter trafen, um noch abzuhängen. Als wir reinkamen, lief gerade eine kleine Session, am Klavier saß Larry Porter, den ich natürlich auch kannte. Ich hatte meine Geige dabei, packte sie aus und spielte ein oder zwei Titel mit. Plötzlich kam der Wirt Guido Eberl hinter der Bar hervor geschossen, einen Geigenkasten unterm Arm, wild gestikulierend: „Ich muss Dir was zeigen!“

Er öffnete den Kasten, und zum Vorschein kam eine recht verwahrlost aussehende ältere Geige – ich glaube sogar, es fehlten Saiten. „Die habe ich dem Toki abgekauft, um seine Beerdigung zu bezahlen“, erklärte mir der Wirt.

Ich hielt sie ganz kurz in den Händen – die Geige von Toki Horvath.

Vor ein paar Jahren erhielt ich zufällig eine Email von einem Münchener Musikfreund, älterer Jahrgang. Er kannte die Geschichte auch, von der Geige, die die Beerdigung ihres berühmten Besitzers finanziert hatte. Wo wird sie heute wohl sein?

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